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Inhalt
1. Beten – was ist das? 7
2. Arten des Gebets 7
3. Wie kann ich beten lernen? 8
4. Bedingungen für erhörliches Gebet 9
5. Was bedeutet »in Jesu Namen beten«? 10
6. Gebetshaltungen 12
7. Zu wem sollen wir beten? 12
8. Das öffentliche Gebet 13
9. Dauer des Gebets 14
10. Feste Gebetszeiten 16
11. Gebet und Glaube 16
12. »Dein Wille geschehe« 18
13. Gebet und Fasten 20
14. Gebet für Ungläubige 21
15. Ausdauer im Gebet 22
16. Antwortet Gott immer auf Gebet? 23
17. Kann Gebet Gott beeinflussen, etwas zu tun, das er sonst nicht getan hätte? 25
18. Das Vaterunser 26
19. Beten – eine mühsame Arbeit? 27
20. Konzentriertes Gebet 29
21. Gebetslisten 31
22. Kühnheit und Ehrfurcht im Gebet 33
23. Gebet oder gesunder Menschenverstand? 35
24. Warum sollen wir beten, wenn Gott schon weiß, was wir wollen? 37
25. Lautes oder leises Gebet? 39
26. Dürfen wir Gott duzen? 39
27. Ich traue mich nicht zu beten, weil ich nicht solche Wörter gebrauchen kann wie andere Christen. 40
28. Macht Gott überhaupt etwas, wenn nicht dafür gebetet wurde? 41
29. Das Gebet und die Ehre Gottes 42
30. Wie kann ich mehr Gebet in mein Leben reinpacken? 43
31. Wie können wir unsere Gebetstreffen ansprechender gestalten? 44
32. Was sind Hindernisse für Gebetserhörungen? 46
33. Schließen sich Gebet und Handeln aus? 47
34. Im Geist beten 49
35. Wie wichtig ist Gebet? 49
36. Lohnt es sich zu beten? 50
1. Beten – was ist das?
»Beten« heißt »mit Gott reden«. Das ist eine einfache Erklärung, und so einfach und unkompliziert sollte auch
unser Reden mit Gott sein.
Im Gebet verlassen wir sozusagen den irdischen, begrenzten Bereich und kommen vor den Thron Gottes. Weil wir an Ihn glauben, können wir mit Ihm so vertrauensvoll reden, wie es ein Kind mit seinem Vater tut, den es liebt. Welch gewaltiges Vorrecht! Können die Engel, die alles
beobachten, aus unserem täglichen Gebetsleben erkennen,dass wir uns dessen bewusst sind? Es ist geradezu fantastisch,
und wir sollten viel öfter Gebrauch davon machen.
2. Arten des Gebets
Zuallererst kommt Anbetung. Sie beinhaltet Lobpreis, bewundernde Verehrung und Danksagung. Auf diese Weise drücken wir dem Herrn unsere Wertschätzung aus für das, was Er ist und was Er für uns getan hat.
Dann kommt das Bekennen, bei dem wir unserem himmlischen Vater unsere Sünden und Verfehlungen sagen und Seine Vergebung in Anspruch nehmen, die Er uns fest zusagt (1Joh 1,9).
Andere Arten des Gebets sind Fürbitten, Flehen und Bitten. Es ist nicht immer leicht, sie zu definieren oder zu unterscheiden. Wichtig aber ist, dass wir im Gebet für die Nöte anderer und auch für unsere eigenen Nöte den Thron der Gnade bestürmen.
Jedenfalls ist Gebet keine fromme Litanei, die man herunterbetet, und es bedeutet auch nicht, mit der Einkaufsliste zu Gott zu kommen und fordernd einen himmlischen Großeinkauf zu tätigen. Wir wollen daran denken, dass Gebet eine Unterredung mit Gott bedeutet, die immer
von den jeweiligen Umständen und Nöten abhängt.
3. Wie kann ich beten lernen?
Zuallererst müssen wir ein Kind Gottes werden. Die Bibel nennt das Wiedergeburt. Wir geben uns und unser ganzes Leben dem Herrn Jesus, und dann zeigt uns der Heilige Geist, wie wir Gott als unseren Vater ansprechen können (Gal 4,6).
In Matthäus 6,9 hat uns Jesus gezeigt, wie wir mit dem Vater im Himmel reden können, aber es ist leider so, dass das »Vaterunser« zu einer gottesdienstlichen Form geworden ist, weil oft nicht bedacht wird, was es wirklich heißt, mit dem liebenden Vater im Himmel zu sprechen.
Wir lernen auch beten, indem wir in der Bibel das Gebetsleben Jesu, der Apostel und anderer Beter betrachten.
Nur wenige gehen so vor, und doch ist es eine sehr gute und wichtige Methode, um richtig beten zu lernen. Und schließlich lernen wir durch das Beten mit anderen. Wenn wir anderen Christen beim Beten zuhören, lernen wir ganz unbewusst, wie man Gebetsanliegen vor Gott bringen kann.
Wenn jemand das Fliegen lernen will, reicht es nicht, wenn er nur Handbücher studiert, die Fachterminologie lernt und erfahrene Piloten beim Fliegen beobachtet. Er muss selbst unzählige praktische Flugstunden absolvieren, um ein guter Flieger zu werden. Mit dem Beten verhält es
sich nicht viel anders. Denn – wie gesagt – Beten lernt man beim Beten.
4. Bedingungen für erhörliches Gebet
Um ein beständiges und wirksames Gebetsleben führen zu können, müssen wir gläubig oder, wie es in Johannes 9,31 heißt, gottesfürchtig sein, damit unser Gebet erhört wird.
Die vielen Zusagen Gottes in der Bibel, dass Er Gebet erhören will, setzen voraus, dass der Beter durch den Glauben an Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland und Retter ein echtes Kind Gottes geworden ist. Das heißt nun nicht, dass Gott nicht auch das Gebet eines Sünders, eines
noch unerretteten Menschen, erhören könnte. Gott hat sich schon so oft auch ganz ungläubigen Menschen geoffenbart und ihre verzweifelten Gebete erhört (Ps 50,15). Doch diese Fälle sind eher die Ausnahmen, nicht die Regel. Eine zweite Bedingung für erhörliches Gebet ist, dass
wir alle Sünden, soweit sie uns bewusst sind, vor Gott bekannt und Ihn dafür um Vergebung gebeten haben (Ps 66,18). Ein Beter ist jemand, der nicht nur beim Beten die Gemeinschaft mit dem Herrn sucht, sondern in Seiner Gegenwart lebt und in Ihm bleibt (Joh 15,7).
Durch Sünde und Ungehorsam wird aber die Gemeinschaft mit dem Herrn gestört. Wenn uns Gott durch Sein Wort schon etwas klargemacht hat, wir aber nicht gehorchen, dann können wir nicht in Ihm bleiben (Joh 15,10), denn »in Ihm bleiben« bedeutet »gehorchen«. Einige Beispiele für Sünden,
die eine Erhörung unseres Gebets verhindern: mangelnde Bereitschaft zu vergeben (Mt 5,23.24; 6,15; Mk
11,25), selbstsüchtiges Beten (Jak 4,3), Disharmonie in der Ehe (1Petr 3,6.7), Ungehorsam (1Joh 3,22), Hartherzigkeit
gegenüber den Armen (Spr 21,13) oder auch Götzendienst (Hes 14,3), der manchmal in der Bibel auch »Habsucht« genannt wird – eine um sich greifende Sünde unter vielen Christen in der heutigen Zeit. Ein geheiligtes Leben hat ein wirksames und segensreiches Gebetsleben zur Folge.
Sodann müssen wir im Glauben beten (Mt 9,28; 21,22; Jak 1,6). Wir müssen glauben, dass Gott bereit und fähig
ist, unser Gebet zu erhören, und dass nichts zu schwierig für Ihn ist. Wir sollten das nicht nur allgemein glauben, sondern ganz speziell für unsere besonderen Anliegen, die wir vor Gott bringen. Wir müssen glauben, dass Gott das tun wird, was Er zugesagt hat, und dass Er die belohnt, die
Ihn eifrig suchen (Hebr 11,6).
Wir müssen mit wahrhaftigen Herzen vor Gott treten; ein aufrichtiges Herz ist nötig, um sich Ihm nahen zu können (Hebr 10,22). Es ist zum Beispiel unaufrichtig, Gott um etwas zu bitten, was wir selbst tun können. So ist es auch nicht ganz aufrichtig, um mehr Gehorsam oder um
ein beständigeres Gebetsleben zu bitten. Des Weiteren ist es nicht richtig, wenn durch das Gebet eine Botschaft an einen Mitbeter übermittelt wird. Zuweilen versuchen Beter – durch ein beeinflussendes Gebet –, Streit zu schlichten, die Meinung anderer zu manipulieren oder das letzte
Wort zu behalten. Solche Gebete steigen wirklich nur bis zur Zimmerdecke, und wir sollten darüber froh sein! Bloße
Lippengebete sind unaufrichtig. »Nichts ist unannehmbarer für Gott, als wenn wir weiterreden, nachdem wir
aufgehört haben zu beten.« (Dr. South, zitiert in Bridgesʼ Buch über den Prediger)
Eine letzte Bedingung ist, im Namen Jesu zu beten (Joh 14,13.14; 16,23).
5. Was bedeutet »in Jesu Namen beten«?
Es bedeutet jedenfalls nicht, nur die Worte »in Jesu Namen« an das Gebet anzuhängen. Vielmehr bedeutet es, für die Dinge zu beten, die in Übereinstimmung sind mit dem Wesen Jesu. Und es bedeutet, in Seiner Vollmacht zu
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