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Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es auch in Deutschland zahlreiche entschiedene Christen, die sich um die Erkenntnis der Gedanken Gottes über Seine Versammlung bemühten und sich gemäß dieser Erkenntnis zum Namen Jesu hin versammelten. Sie beanspruchten nie, die Versammlung zu sein (diese umfasst alle wahrhaft Gläubigen) und lehnten vielmehr diesen ihnen von außen alsbald zugelegten Namen entschieden ab. Der Herausgeber teilt dieses Verständnis und verwendet, wenn überhaupt, den Begriff in Anführungszeichen.
Gleiches gilt für den aus kirchengeschichtlicher Zuordnung erwachsenen Begriff der "Brüderbewegung". Die Brüder wollten und wollen keine eigene Bewegung sein. Sie sind lediglich von außen so etikettiert worden. Mit der Verwendung dieses Begriffs in Anführungszeichen soll jedem möglichen systembildenden Missverständnis vorgebeugt werden. Eine weitere Vorbemerkung gilt dem Begriff der "Nichtbündler". Auch er ist nicht frei von möglichen Missverständnissen.
Er findet in einer positiven Bestimmung Anwendung, wenn er diejenigen Geschwister meint, die nicht in den von der Gestapo erlaubten "Bund freikirchlicher Christen" (BfC) gingen und die bewußt in Absonderung von dem im BfC vorfindbaren weltlichen und kirchlichen Wesen die Schmach des Christus zu tragen bereit waren. Die Lektüre der nachfolgenden Dokumente macht deutlich, daß der scheinbar negative Begriff in der Verwendung und Bewertung durch den Herausgeber hohe Anerkennung für die geistliche Treue und die Leidensbereitschaft dieser Geschwister beinhaltet. Wenn im folgenden wiederholt von deutschen und französischen Brüdern ... die Rede ist, so sind damit jeweils die Brüder aus Deutschland, Frankreich ... gemeint gemäß dem keine nationalen Grenzen kennenden Charakter der Versammlung.
Die deutsche "Brüderbewegung" liebt es nicht, Aufhebens von sich zu machen und sich über eine eigene Geschichtsschreibung kirchengeschichtlich einzuordnen oder hervorzuheben. Angesichts des Versagens von Menschen und der Größe der Gnade Gottes steht es den Menschen gut an, zurückzutreten und sich zurückzuhalten. Andererseits haben aber auch die deutschen Brüder im Bezeugen und im Verrat ihres Auftrags eine Geschichte. Die Jahre 1933-1945 machen das überdeutlich. Hinzu kommt, dass die deutsche "Brüderbewegung" Gegenstand historischer Arbeiten gewesen ist, die bis vor kurzem überwiegend von Außenstehenden verfasst worden sind und damit - wenn auch in einigen Punkten sehr treffend - insgesamt aber kaum befriedigend ausfallen konnten
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