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Verschlungene Wege H3, Hübener Helene

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Verschlungene Wege H3, Hübener Helene
gebraucht
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BN5003
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gebraucht
Bestell-Nr.: BN5003
Autor/in:    Hübener Helene
Verschlungene Wege H3
Preis:    5,00 €
ISBN:    9783882241686 (früher: 3882241683)
Format:    18 x 11 cm
Seiten:    222
Gewicht:    200 g
Verlag:    Francke
Erschienen:    1980
Einband:    Taschenbuch
Sprache:    Deutsch
Zustand:   leichte Gebrauchsspuren, etwas abgegriffen

Ein kleiner Unfall
Auch in Thüringen war es Sommer geworden. Und Margrit ging das Herz auf; wenn sie mit ihrem Schüler Bernd durch Wald und Flur schweifte. Der Junge zeigte in letzter Zeit Interesse am Lernen und machte Fortschritte. Sie verstanden sich gut, sie mußten sich auch wohl aneinander anschließen, da die Eltern wenig für sie da waren. Die Mutter verzog den Jungen, der Vater was nervös und schalt, wenn Bernd laut war, so daß Margrit es leichter hatte, wenn die Eltern nicht zu Hause waren. Bernd war nun im zwölften Lebensjahr, lange würde ihres Bleibens nicht mehr sein, Bernd würde wohl bald auf eine Schule müssen.
„Fräulein", sagte er eines Tages, „heute müssen wir in den Wald, es ist so schönes Wetter, wir haben lange nicht botanisiert."
„Ich bin dabei", war die Antwort, „spute dich mit deinen Arbeiten, dann können wir um drei Uhr los-wandern."
„Gehen Sie nur, ich weiß, Bernd ist bei Ihnen gut aufgehoben", meinte Frau Schwarz, als Margrit von dem Spaziergang sprach. „Kommen Sie nur nicht zu spät heim. Mein Mann und ich sind zu einer Abendgesellschaft eingeladen, uns werden Sie wohl nicht mehr antreffen."
Margrit wanderte mit Bernd dem ziemlich entfernt liegenden Wald zu. Der Junge suchte Blumen und Gräser, die sie ihm dann erklärte. Da rief Bernd: „Hier gibt es Erdbeeren,"
Wirklich, da schauten überall die roten Früchte unter den grünen Blättern hervor. Sie pflückten und aßen und waren sehr vergnügt dabei. Ohne daß sie es merkten, verloren sie sich immer weiter in den Wald.
„Nun müssen wir umkehren", sagte Margrit, dabei,,., schlug sie die verkehrte Richtung ein. Die Bäume lichteten sich und Margrit trieb Bernd mit den Worten an: „Wir müssen nun schnell nach Hause eilen, es wird sonst zu spät."
Bernd sprang voraus und hatte bald das freie Feld erreicht. Er stutzte und blieb stehen. Was war denn das? Ein Wassergraben trennte den Wald vom Acker, ein Graben war doch sonst nicht auf der Walkenhager Seite! Wenn Jungen einen Graben sehen, dann müsen sie hinüberspringen. Eins, zwei, drei, Bernd sprang zu, aber er hatte den Sprung nicht richtig bemessen, sprang zu kurz und steckte im Graben, weniger im Wasser als im tiefen, schwatzen Morast.
„Fräulein, Fräulein, helfen Sie mir", rief er mit kläglicher Stimme.
„Wie soll ich da hinüberkommen, der Graben ist so breit."
„Sie müssen ordentlich ausholen und springen, versuchen Sie es nur."
Margrit mußte es versuchen, ob sie wollte oder nicht. Eins, zwei, drei, sie hatte einen tüchtigen Anlauf genommen, blieb aber vor dem Graben entsetzt stehen.
„Ich kann nicht", sagte sie, „wenn ich nun auch hineinfalle, dann sitzen wir beide drin Ist denn niemand da, uns zu helfen?"
„Fräulein, Sie müssen es versuchen, ich sinke immer tiefer."
Und sie sprang, wirklich, da stand sie drüben auf der
andern Seite und dann zog sie mit aller Kraft den Jungen aus dem Schlamm.
Aber, wie sah er aus! Wie ein leibhaftiger Mohr!
„Wenn doch nur jemand käme", stöhnte Margrit und sah sich um. Da gewahrte sie einen Reiter. Mochte er sein, wer er wollte, sie zog ihr Taschentuch und winkte. Der .Reiter mußte es bemerkt haben und kam auf sie zu. Jetzt erkannte sie ihn, es war der. Blankenhager Herr.
„Was ist hier los", sagte er mit unterdrücktem Lachen, „Junge, wie siehst du aus? Mußt du denn auf diesem ungewöhnlichen Wege zu mir kommen›'
„Wir wollten gar nicht zu Ihnen", versetzte Margrit schnell, „wir haben uns verirrt."
„Dann bleibt wohl nichts weiter übrig, als daß Sie mit in mein Haus kommen. Meine alte Hausdame muß einen Tee machen und für trockene Sachen sorgen."
„Könnten wir denn nicht lieber gleich nach Hause?" warf Margrit ein.
„Walkenhagen liegt zweimal soweit von hier als Blan-kenhagen. Bernd wird kaum in diesem Zustand den Weg machen können. Ich nehme den Jungen zu mir aufs Pferd, Sie folgen langsam nach, Fräulein. Es ist freilich unhöflich, die Dame nachkommen zu lassen, aber unter diesen Umständen -"
Er hob den Jungen zu sich aufs Pferd und trabte mit seiner schwarzen Beute davon. Margrit folgte schweren Herzens nach, zum zweitenmal ging es unfreiwillig nach Blankenhagen.
Wie überrascht war sie, als sie, auf der Höhe angekommen, unten im Tal schon das Gut erblickte. Eine hübsche Kastanienallee führte gerade auf den Hof. Dort kam ihr schon jemand entgegen, das war Herr „Buck- 1er" oder „Buzier", sie konnte sich den Namen nicht merken.
„Bernd ist in Sicherheit gebracht", sagte er lachend. „Meine gute alte Dame wird ihn wohl wieder zu einem zivilisierten Menschen machen und ihn ins Bt%tecken. Nun, erlauben Sie mir, daß ich Sie das 1eSt' Stückchen begleite."
„Ich danke Ihnen, es tut mir leid, daß wir Ihnen so viele Mühe machen."
Dabei sah sie ihn an, er hatte den feinen hellgrauen Rock gegen einen dunklen vertauscht. Natürlich war der andere schmutzig geworden. Sie hatte beobachtet, wie er den schwarzen Jungen beim Reiten fest an sich gepreßt hatte, man konnte sich denken, was das für Folgen gehabt.
„Glauben Sie", sagte Margrit schüchtern, „daß wir heute abend noch nach Hause kommen?"
„Wohl kaum - es ist schon ein Bote nach Walken-hagen geschickt, der den Unfall meldet und ihre Ankunft für morgen früh ansagt."
„Wie unangenehm."
„Mir tut es auch leid, daß Sie zum zweitenmal gezwungen werden, einige Stunden unter meinem Dach zuzubringen, doch, Sie wissen: ‚Mit des Geschickes Mächten.'"
„Bitte, verzeihen Sie, daß ich so undankbar bin. Sie haben sich des Kleinen so freundlich angenommen, was hätte aus uns werden sollen?"
Sie standen vor der Haustür. Da rief eine wohlbe-kannte Stimme: „Warten Sie nur, Sie Böse, so oft habe ich Sie eingeladen, nie sind Sie gekommen, nur wenn es die dringende Not erfordert."

VERSCHLUNGENE WEGE 
- Ebbe und Flut 
- große Enttäuschung 
- neue Stellung 
- falscher Verdacht 
- Gut Blankenhagen 
- große Angst 
- unbekannter Besuch 
- in der Fremde 
- Silvesterabend 
- Aussprache 
- kleiner Unfall 
- neues Heim 
LICHT UND SCHATTEN 
- Leute von Boldena 
- Tante Petra 
- Gartenhaus 
- schlimme Entdeckung 
- seltsame Wege 
- Freundesdienst 
- Vaters Uhr 
- neue Aufgaben 
- Pensionsgäste kommen 
- seltsame Botschaft 
- Feuerbrunst 
- neues Leid 
- Licht

ISBN:
9783882241686
Zustand:
gebraucht
  • Heimatlicht

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