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Glaube und Denken bilden eine Synthese
Ein Mathematik-Professor staunt über die Ordnung in Gottes Schöpfung
Schon als Jugendlicher wollte Herbert Haf(*1938) unbedingt wissen, wie die Dinge funktionieren. Deshalb ging er nach einer Lehre als
Feinmechaniker zum Ingenieurstudium nach München und dann nach Aachen, um Mathematik zu studieren. Inzwischen steht der Vater von drei Kindern am Ende seiner Laufbahn als Professor für Mathematik an der Universität Kassel. Er freut sich, dass er sich bald mehr der klassischen Musik und der Literatur widmen kann.
Sie sind Mathematik-Professor an einer Universität. Istfiir Sie der Glaube an einen persönlichen Gott mit den Erkenntnissen der exakten Wissenschaften vereinbar?
Diese Frage habe ich mir als junger Mensch selbst gestellt. Persönlicher Glaube und naturwissenschaftliches Denken waren für mich ein schwieriges Spannungsfeld. Während meines Studiums suchte ich nach den Hintergründen der erforschbaren Wirklichkeit. Es interessierte mich brennend, „was die Welt zusammenhält".
Dem christlichen Glauben stand ich ziemlich distanziert gegenüber. Meine Mutter hatte früher oft mit mir gebetet, aber ich hatte den Eindruck: Für mich fehlt noch etwas Entscheidendes! Im dritten Semester kam ich in Kontakt zu einer christlichen Hochschulgruppe. Mit liebevoller Hartnäckigkeit luden sie mich zu ihren Gesprächskreisen ein. Dann bekam ich eine starke Grippe. Von meinem Mathc-Kommilitonen ließ sich niemand bei mir blicken. Aber die Christen standen plötzlich vor meiner Tür mit einem Netz Orangen: „Du brauchst jetzt Vitamine!" Das war ein Schlüsselerlebnis für mich. Ihr Christsein war glaubwürdig! Sie hatten was, was mir noch fehlte. So bahnte sich eine Wende bei mir an: Ich wurde bereit, Gott in das Zentrum meines Lebens zu stellen.
XIX
Was würden Sie antworten, wenn ein Student Ihnen vorhielte, in der Wissenschaft müsse man so arbeiten, als ob es Gott nicht gäbe?
Ich würde ihm sagen, dass ich Glauben und wissenschaftliches Denken für durchaus kompatibel halte. Beide Bereiche bilden für mich eine Synthese. Meine Denk- und Forschungsarbeit kann ich nicht von meiner persönlichen Gottesbeziehung trennen. Wir Wissenschaftler tun gut daran, unsere Rolleals Geschöpfe Gottes nicht mit einer Schöpferrolle zu verwechseln. Die so genannten „exakten Wissenschaften" beobachten vorhandene Ereignisse, beschreiben sie und machen sich bestimmte vorhandene Gesetzmäßigkeiten zünutze. Deshalb freue ich, mich über neu gewonnene Einsichten 1 n die Schöpfungsstrukturen, die Gott geschaffen hat. Ich staune und danke Gott dafür, dass er unser menschliches Gehirn so wunderbar gestaltet hat.
Mathematik und Bibel nennt man normalerweise nicht in einem Atemzug. Welche Bedeutung hat die Bibelflur Sie persönlich?
In der Bibel habe ich die Antwort gefunden auf meine bohrende Frage, welches „Gesetz« hinter den Dingen steht. Ich habe eine Person gefunden, kein Prinzip. Gott ist persönlich erfahrbar. Er hält auch kritischen Nachfragen stand. Ich muss mich nicht mit billig angelernten Antworten zufrieden geben. Deshalb versuche ich, mich in allen Lebensbereichen an Gottes Wort zu orientieren.
ISBN: 9783937103389
Format: 19 x 11,5 cm
Seiten: 414
Einband: Hardcover/gebunden
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