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Er war ein Mann des Gebets. Das stellt jeder, der das Buch liest, fest. Teile dieses Buches wurden bereits gedruckt und treiben viele Christen auf die Knie. In einer Zeit wie der unsrigen sollten wir dieses Buch ernst nehmen. Es wird großen Segen stiften, und wenn es das tut, sollten wir Gott die Ehre geben. Gott wird die Menschen, die darum bitten, Ströme des Segens erleben lassen.
- Gottes Große Not
- beinahe unglaubliche Verheißungen
- bittet, so wird euch gegeben
- die Frage nach Zeichen
- was ist das Gebet?
- wie soll ich beten?
- müssen wir uns abquälen?
- erhört Gott immer unsere Gebete?
- Gebetserhörungen
- wie erhört Gott Gebet?
- Gebetshindernisse
- wer darf beten?
1, Kapitel GOTTES GROSSE NOT
»Gott verwundert sich.« Das ist ein sehr überraschender Gedanke! Die ganze Kühnheit dieses Gedankens sollte wirklich die Aufmerksamkeit aller christlichen Männer, Frauen und Jugendlichen finden. Ein sich wundernder Gott! Wie muß es uns wohl erst bewegen, wenn wir die Ursache von Gottes »Verwunderung« erfahren! Zunächst mag sie uns als eine wenig wichtige Angelegenheit erscheinen. Sind wir aber bereit, die Sache sorgfältig zu bedenken, so werden wir entdecken, daß sie von außerordentlicher 'Wichtigkeit für jeden ist, der an Jesus Christus glaubt. Nichts sonst ist so bedeutungsvoll - so lebenswichtig - für unser geistliches Wohlergehen. Gott »verwunderte sich, daß kein Vermittler da war« (Jes. 59,16) - »daß keiner ins Mittel trat«. Aber dies war vor langer Zeit, vor de,-.n Kommen des Herrn Jesus Christus »voller Gnade und Wahrheit« - vor der Ausgießung des Heiligen Geistes voller Gnade und Kraft, »der unserer Schwachheit aufhilft«, »der uns selbst vertritt« und in uns ist (Röm. 8, 26). Ja, es war vor den wirklich erstaunlichen Verheißungen unseres Erlösers in bezug auf das Gebet; bevor die Menschen viel über das Gebet wußten; in jenen Tagen, da Opfer für die eignen Sünden größer schienen als demütige Fürbitte für andere Sünder. 0, wie groß muß Gottes Verwunderung erst in unserer Zeit sein! Denn wie wenige sind unter uns, die wissen, was erhörliches Gebet eigentlich ist! Jeder von uns wäre sicher bereit zu bekennen, daß er mit dem Gebet rechnet. Aber wie viele von uns glauben wirklich an die Macht des Gebets? Nun, bevor wir einen Schritt weitergehen, laß dich sehr ernsthaft bitten, nicht flüchtig über das hinwegzulesen, was in diesen Kapiteln aufgezeichnet ist. Denn alles ist vom Gebet abhängig. Warum werden viele Christen so oft besiegt? Weil sie so wenig beten. Warum sind viele Reichsgottesarbeiter so oft entmutigt und verzagt? !/\,Teil sie so wenig beten. Warum erleben so viele, daß durch ihren Dienst nur so wenige »von der Finsternis zum Licht« gebracht werden? Weil sie so wenig beten.
Warum sind unsere Gemeinden nicht einfach brennend für Christus? Weil es dort so wenig wirkliches Gebet gibtDer Herr Jesus ist heute genauso mächtig wie eh und je Der Herr Jesus ist heute genauso darum besorgt, daß Menschen gerettet werden, wie ernst Sein Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht retten konnte Aber Er kann Seine Arme nicht ausstrecken, bevor wir nicht mehr - und ernsthafter beten.
Wir dürfen, dessen versichert sein - das Geheimnis aller Mißerfolge ist unser Mangel an verborgenem Gebet;Wenn Gott »sich verwunderte« in den Tagen Jesajas, dann brauchen wir nicht überrascht zu sein, wenn wir fststellen, daß Er sich in den Tagen Seines Menschseins »verwunderte« wunderte sich über den Unglauben einiger - einen Unglauben, der Ihn augenscheinlich hinderte, irgendein machtvolles Werk in ihren Städten zu tun (Mark. 6, 6).
Aber wir müssen bedenken, daß die Menschen, die sich dieses Unglaubens schuldig machten, keine Schönheit an Jesus sahen, die sie veranlaßt hätte, nach. Ihm zu verlangen oder an llm zu glauben. Wie muß aber dann erst heute Seine »Verwunderung«. sein, wenn Er unter uns, die wir vorgeben, Ihn wirklich zu lieben und anzubeten, so wenige sieht, die sich wirklich »aufmachen, daß sie sich an Gott halten« (Jes. 64, 6)1 Gibt es wirklich etwas Erstaunlicheres als einen praktisch gebetslosen Christen? Wir leben in ereignisreichen und unheilvollen Tagen. In der Tat gibt es viele Anzeichen, daß dies »die letzten Tage« sind, für die Gott verheißen hat, Seinen Geist auszugießen - den Geist des Gebets - über alles Fleisch (Jeel z, as - Luther-Obers. Kap. 3, i). Jedoch die große Mehrheit derer, die sich Christen nennen, weiß schwerlich, was »Gebet« eigentlich bedeutet; und manche unserer Gemeinden haben nicht nur keine Gebetsversanmlungen, sondern lehnen auch solche Zusammenkünfte ab und machen sie sogar lächerlich!
Die Kirche von England erwartet, da sie die Wichtigkeit von Anbetung und Gebet anerkennt, von ihren Geistlichen, daß sie jeden Morgen und Abend in der Kirche Gebete lesen.
Aber wenn das getan wird, geschieht es dann nicht oft vor leeren Kirchen? Und werden die Gebete nicht häufig in einer Weise herimtergeleiert, die wirkliche Anbetung ausschließt? Auch das »allgemeine Gebet« muß notwendigerweise ziemlich verschwommen und unbestimmt sein.
Und wie verhält es sich nrit den Gemeinden, in denen sich, die altgewohnte wöchentliche Gebetsstunde erhalten hat?
C H Spurgeon konnte mit Freuden berichten, daß er jeden Montagabend eine Gebetsversammlung besuchte, die »kaum weniger als tausend bis zwölfhundert Teilnehmer zahlte«
Meine Brüder, haben wir aufgehört, dem Gebet zu vertrauen?
Wenn wir noch an der wöchentlichen Gebetszusarnmenkunft festhalten, ist es nicht trotzdem eine Tatsache, daß die große Mehrzahl der Gemeindemitglieder nie daran teilnimmt?
Ja, die meisten denken nicht einmal daran, teilzunehmen. Wie kommt das? Wessen Schuld ist das?
»Nur Gebetsstunde« - wie oft haben wir diesen Ausspruch gehört! Wie viele von denen, die diese Worte lesen, haben wirklich Freude an der Gebetsstunde?
Ist sie uns Freude oder nicht vielmehr eben eine Pflicht?
Nehmt es nicht übel, wenn ich so viele Fragen aufwerfe und das aufzeige was sich als gefährliche Schwäche und beklagenswertes Zukurzkommen in unseren Gemeinden zeigt. Es geht nicht darum, zu kritisieren, noch weniger, zu verdammen. Das kann jeder. Unser sehnlichstes Verlangen ist es, die Christen anzuspornen, sich »an Gott zu halten« wie nie zuvor. Wir möchten ermutigen, ermuntern und aufrichten.
Nie sind wir mehr auf der Höhe, als wenn wir auf unseren Knien sind. . . . .
Kritisieren?
Wer wagt, einen anderen zu kritisieren?
Wenn wir auf unsere Vergangenheit zurückblicken und uns an die Gebetslosigkeit in unserem eigenen Leben erinnern, dann verschwindet jedes Wort der Kritik von unseren Lippen.
Aber wir glauben, daß die Zeit gekommen ist, da der Trompetenruf an die einzelnen und an die Gemeinden nötig ist - ein Ruf zum Gebet.
Können wir es eigentlich wagen, der Gebetsfrage zu begegnen? Es scheint doch ein sehr törichtes Fragen zu sein, denn ist das Gebet nicht ein Stuck und Bestandteil aller Religionen? Trotzdem wagen wir es, unsere Leser zu bitten, den Tatsachen ehrlich und redlich ms Angesicht zu schauen Glaube ich wirklich daran, daß das Gebet eine Macht ist?
Ist das Gebet die größte Macht auf Erden oder nicht?
Ist es wahr, daß Gebet »die Hand in Bewegung setzt, die die Welt bewegt«?
Wenn wir einst mit Christus in der Herrlichkeit stehen und zurückschauen werden über die beendete Geschichte unseres Lebens, wird der erstaunlichste Zug dieses an uns vorüberziehenden Lebens seine Gebetslosigkeit sein.
Wir werden fast außer uns sein vor Staunen darüber, daß wir so wenig Zeit in wirklicher Fürbitte verbracht haben. Dann wird es an uns sein, »uns zu verwundern«. Während des letzten Gesprächs unseres Herrn mit Seinen Jüngern, gerade vor dem wundervollsten aller Gebete, streckte der Meister wieder und wieder Sein königlich goldenes Szepter aus und sagte gleichsam: »Was ist eure Bitte? Es soll euch gewährt werden bis hin zur Fülle meines Reiches!«
Glauben wir dies? Wir müssen es, falls wir unsere Bibel ernst nehmen. Sollten wir nicht einmal recht still und nachdenklich eine der Verheißungen unseres Herrn durchlesen, die Er so oft wiederholt? Hätten wir sie nie zuvor gelesen, so würden wir unsere Augen voller Verwunderung öffnen, denn diese Verheißungen sind ganz unglaublich. Von den Lippen irgendeines gewöhnlichen Menschen wären sie ganz unglaubwürdig. Aber es ist der Herr Himmels und der Erde, der spricht; Er spricht im feierlichsten Augenblick Seines Lebens. Es ist am Vorabend Seines Leidens und Sterbens. Um eine Abschiedsbotschaft handelt es sich. Nun hört!
»Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, undd wird größere als diese tun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun« (Joh. 14, 12.13). Nun, können Worte einfacher und klarer sein als diese? Kann ein Versprechen größer oder wichtiger sein? Hat jemand irgendwo oder zu irgendeiner Zeit mehr angeboten?
Wie bewegt müssen die Jünger gewesen sein! Sie konnten kaum ihren Ohren trauen. Aber diese Verheißung gilt genauso dir und mir.
Und, damit kein Zweifel aufkommen konnte, weder bei ihnen noch bei uns, wiederholte der Herr diese Verheißung einige
Augenblicke später noch einmal. Ja, und der Heilige Geist trieb Johannes, diese Worte nochmals aufzuzeichnen. »Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger« (Joh. 15, 7.8).
Diese Worte sind von solch tiefgreifender Wichtigkeit und so bedeutungsvoll, daß der Heiland der Welt sich nicht einmal mit einer dreifachen Wiedergabe begnügt. Er ermahnt Seine Jünger eindringlich, Seinem Befehl »zu bitten« gehorsam zu sein. Ja, Er weist sie darauf hin, daß ein Kennzeichen »Seiner Freunde« der uneingeschränkte Gehorsam gegen Seine Gebote sei (Vers 14). Dann wiederholt Er nochmals Seine Wünsche: »Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingeht und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe« (Joh. 15, 16).
Man sollte meinen, unser Herr hätte es nun deutlich genug gemacht, daß Er das Gebet Seiner jünger wünscht; daß Er ihre Gebete braucht und sie ohne Gebet nichts vermögen. Aber zu unserer größten Überraschung kehrt Er nochmals zum selben Gegenstand zurück, indem Er ziemlich dieselben Worte sagt. »An demselben Tage werdet ihr mich nichts fragen.« - »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater etwas bitten werdet, so wird Er's euch geben in meinem Namen. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei« (Joh. 16, 23.24). Nie zuvor hat unser Herr solchen Nachdruck auf eine Verheißung oder ein Gebot gelegt - nie! Diese wirklich wunderbare Verheißung wird uns sechsmal gegeben. Sechsmal befiehlt uns unser Heiland, fast im gleichen Atemzug, zu bitten, um was wir wollen. Dies ist die größte - die wundervollste - Verheißung, die je Menschen gegeben wurde. Jedoch die meisten Menschen - christliche Menschen - mißachten sie praktisch. Ist es nicht so?
Die außerordentliche Größe dieser Verheißung scheint uns zu überwältigen. Aber wir wissen, daß Er »überschwenglich tun kann über alles, was wir bitten oder verstehen« (Eph. 3, 20). Die letzte Ermahnung aber, die unser himmlischer Meister gibt,
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