gebraucht
Bestell-Nr.: BN4356
Autor/in: Alice Gray
Titel: Ein Lied in der Nacht
Preis: 3,20 €
ISBN: 3894375450
Format: 13,5 x 21 cm
Seiten: 256
Gewicht: 400 g
Verlag: Gerth Medien
Erschienen: 1998
Einband: Hardcover
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo:
RUND 100 BEWEGENDE GESCHICHTEN
- Mitgefühl
- Ermutigung
- Tugenden
- Motivation
- Liebe
- Familie
- Leben
- Glauben
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und eine gute Geschichte spricht direkt zu unserem Herzen. Die unterschiedlichen Geschichten haben eines gemeinsam: Sie alle stecken voller Weisheit und Wärme, spiegeln die vielfältigen Facetten des Lebens wider und machen neu Mut, Gottes Führung auch in alltäglichen Situationen zu vertrauen.
Eine Autobiographie in fünf Akten
1. Ich gehe über die Straße. Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin hilflos. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert eine Ewigkeit, einen Ausweg zu finden.
2. Ich gehe die Straße hinunter. Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig. Ich tue so, als würde ich es nicht sehen. Ich falle hinein. Ich kann kaum glauben, daß ich mich schon wieder in derselben Situation befinde, aber es ist nicht meine Schuld. Es dauert lange, bis ich herausfinde.
3. Ich gehe die Straße hinunter. Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig. Ich sehe es. Ich falle trotzdem hinein. Es wird zur Gewohnheit. Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich mich befinde. Es ist meine Schuld. Ich komme sofort heraus.
4. Ich gehe die Straße hinunter. Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig. Ich gehe darum herum.
5. Ich wähle eine andere Straße.
Portia Nelson
Ein wunderschöner Tag, nicht?
Der Tag begann schlecht. Ich verschlief und kam zu spät zur Arbeit. Auch im Büro lief alles schief. Meine Nervosität steigerte sich. Als ich die Bushaltestelle erreichte, um nach Hause zu fahren, war mein Magen wie zugeknotet.
Wie gewöhnlich kam der Bus zu spät - und war überfüllt. Ich fand keinen Sitzplatz und mußte im Gang stehen. Während ich von einer Seite zur anderen geworfen wurde, verschlechterte sich meine Laune noch mehr.
Plötzlich hörte ich eine tiefe Stimme: „Ein wunderschöner Tag, nicht?" Wegen der vielen Menschen konnte ich den Mann nicht sehen, aber ich hörte seine Kommentare zu dem herrlichen Frühlingstag und spürte, wie er die Aufmerksamkeit der Menge auf die Umgebung lenkte. Die Kirche. Der Park. Der Friedhof. Das Spritzenhaus. Schon bald starrten alle Passagiere aus den Fenstern. Die Begeisterung des Mannes war so ansteckend, daß selbst ich zum ersten Mal an diesem Tag lächeln mußte.
Der Bus hielt an meiner Station an. Während ich mich durch die Menschenmenge kämpfte, fiel mein Blick auf unseren „Fremdenführer": eine unförmige Gestalt mit einem schwarzen Bart, die eine dunkle Sonnenbrille und einen dünnen weißen Stock trug.
Barbara Johnson