ISRAEL IN DER ERFÜLLUNGSZEIT
- Brennpunkt Israel
- gelobt sei, der da kommt
- sieben Jahrzehnte israelitischer Geschichte
- die 2. Eroberung Kanaans
- Ehre, dem Ehre gebührt
- Zeit der Erfüllung
- Sammlung der Juden aus allen Ländern
- Renaissance oder Wiedergeburt
- und die christliche Mission?
- die Heilsstrategie Gottes
- die nahe Zukunft Israel
- Ausblick
Auf dem Flug nach Tel Aviv war das neueste Modell der Coronado voll besetzt. Beim Lunch fiel mir auf, daß etwa 15 Fluggäste eine andere Mahlzeit bekamen als wir übrigen. Es handelte sich um orthodoxe Juden, die nur koscher zu essen gewohnt sind. Nach dem Imbiß standen diese Männer mit und ohne Bart auf und gruppierten sich im Gang der Maschine mit dem Gesicht nach Jerusalem. Sie zogen ihr Gebetbuch heraus und begannen ein Wechselgebet. Es breitete sich eine andächtige Stille in der Maschine aus. Auch die Stewardessen konnten nicht mehr den Gang passieren. Sie warteten geduldig, bis die Männer ihr Gebet beendet hatten.
Dieser Bekennermut imponierte mir. Ich dachte, ob Männer des christlichen Glaubens sich auch in der Öffentlichkeit so verhalten würden. Es reizte mich, mit einem der langbärtigen Männer ein Gespräch zu beginnen. Auf meine Frage erklärte mir der orthodoxe Jude, daß sie dieses Gebet dreimal am Tag mit dem Gesicht nach Jerusalem vollziehen würden. Mir fiel sofort die Stelle in Daniel 6, 11 ein: „Daniel hatte an seinem Söller offene Fenster gegen Jerusalem; und er fiel des Tages dreimal auf seine Knie,betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er bisher zu tun pflegte."
Nach der Ankunft in Tel Aviv standen wir über hundert Fluggäste Schlange vor der Paßkontrolle. Vor mir unterhielt sich ein englisches Ehepaar mit seinen drei Kindern. Als die Formalitäten beendet waren und die Pässe der Engländer abgestempelt waren, sagte der Engländer zu den Seinen: „Lebe wohl, altes England. Wir sind nun hier und bleiben hier." Es handelte sich um Einwanderer. Der Mann hatte eine Stunde zuvor auch im Flugzeug unter den orthodoxen Betern gestanden.
Was mochte diese englische Familie zur Auswanderung aus England und zur Einwanderung nach Israel bewogen haben? Des Fragens ist aber nicht genug. Was bewegt heute die Abertausenden von Juden in aller Welt, in ihre alte Heimat zurückzukehren? Wir müssen diesem Geheimnis nachspüren.
I. BRENNPUNKT ISRAEL
Ein Brennpunkt entsteht, wenn durch ein konvexes Glas alle Lichtstrahlen auf einen Punkt konzentriert werden. Die Augen der ganzen Welt richten sich heute auf Israel.
Sollte es doch wahr sein, was uns die Priester in der Grabeskirche Jesu in Jerusalem sagen? Genau in der Mitte zwischen dem Felsen von Golgatha und der Grabesstätte Jesu ist in den Steinplatten des Fußbodens eine Vertiefung. Den Besuchern wird erklärt: „Das ist der Nabel der Welt." Andere sagen: die Achse der Welt. Gemeint ist natürlich, daß das Kreuzesgeschehen und das Ostergeschehen die Mitte der Heilsgeschichte darstellt. In die Heilsgeschichte ist aber die Geschichte Israels mit eingeklammert. Kein anderes Volk der Erde hat das aufzuweisen.
Ist es darum verwunderlich, daß heute sich aller Augen bewußt oder unbewußt auf Israel richten?
Die Araber blicken auf Israel in maßlosem Haß. Mir sagten intelligente Araber: „Das Land Palästina gehört uns. Unser Stammvater Ismael war der erstgeborene Sohn Abrahams. Nach arabischem Erbrecht ist er allein der Erbberechtigte und nicht der zweite Sohn Isaak. Für uns existiert Isaak nicht. Darum haben die Israelis kein Anrecht auf dieses Land. Sie haben unseren angestammten Besitz geraubt." Es wäre zuviel verlangt, wenn ein Araber es verstehen sollte, daß Gottes Heilsgeschichte sich auf die Linie Abraham, Isaak, Jakob, David bezieht und nicht auf Ismael und seine Nachkommen.
Die Russen nähren im Blick auf Israel den gleichen Haß. Denn dieses kleine Volk hat ihnen in Nahost das politische Konzept verdorben. Im Gefüge der Weltpolitik und der Weltwirtschaft ist Israels Lage heute eine erstrangige Position. Israel ist Bindeglied zwischen Asien und Afrika. Es ist auch eine Länderbrücke zwischen Europa und den beiden anderen
Kontinenten. Der Suezkanal ist im Wasserstraßennetz der Weltmeere ein neuralgischer Punkt.
Wer ihn beherrscht, sitzt am Schalthebel eines umfassenden Kontrollsystems. Dazu ist Nahost ein Ölknotenpunkt. Wie viele Pipelines bringen das flüssige Gold in die Mittelmeerhäfen! In militärischer Hinsicht
Zustandsbeschreibung:
leichte Gebrauchsspuren, etwas abgegriffen