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Bestell-Nr.: BV21037
Autor/in: Rudolf Möckel; Wolfgang Nestvogel
Volkskirche am Abgrund?
ISBN: 3775124675 (ISBN-13: 9783775124676)
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Verlag: SCM Hänssler
Format: 18 x 11 cm
Seiten: 152
Gewicht: 119 g
Erschienen: 1996
Einband: Taschenbuch
RUDOLF MÖCKEL
Kirche ohne Wahrheit?
Der Streit um den richtigen Kurs
Will man den Zustand der Volkskirche in der Bundesrepublik wenige Jahre vor der Jahrtausendwende mit einem einzigen Satz treffend beschreiben, so muß
dieser Satz lauten: «Die Volkskirche ist eine Kirche ohne Mitte.«
Für Martin Luther war der biblisch fundierte
Glaube an Jesus Christus die alles bestimmende, klare und verbindliche Mitte. Gerade das ist innerhalb der Volkskirche zum Riesenproblem geworden.
Nicht einige Details am Rande, sondern das Zentrum ist ins Wanken geraten! Schon im Jahre 1987 stellte ein Theologe lapidar fest, daß sich innerhalb der Volkskirche über den Glauben »bestimmt nur sagen läßt, daß sich nichts Bestimmtes über ihn sagen läßt«.*
1. Was gilt in der Kirche?
Die Volkskirche ist eine Kirche ohne verbindliche und verbindende Mitte geworden. Sie bietet einer kaum noch noch überschaubaren Vielzahl von Uberzeugungen, Richtungen, Gruppen und Trends die Mög-hchkeit, sich zu artikulieren Sie ist eine Kirche mit j einem schillernden, beinahe ins Uferlose ausufernden Meinungsspektrum Gegensätzliche, einander widersprechende und einander ausschließende Positionen stehen in ihr unverbunden nebeneinander. Ulrich Parzany und Hertha Leistner, Peter Beyerhaus und Dorothee Sölle, Gerhard Maier und Gerd Lüde-mann gehören noch derselben Evangelischen Kir- [T che in Deutschland an. Aber die verbindende Mitte zwischen ihnen können selbst die Gutwilligen nicht : mehr auffinden. Die Volkskirche ist eine Kirche ohne $Mitte geworden.
Zugespitzt könnte man auch sagen: Die Volkskirche in der Bundesrepublik ist eine Kirche ohne Wahrheit geworden. Sie vertritt nur noch Teilwahrheiten, Teilerkenntnisse und Teilüberzeugungen, die heute gelten und morgen wieder verworfen werden konnen Aber der Anspruch auf die eine, verbindliche und erklu-sive Wahrheit ist längst aufgegeben. Natürlich werden angehende Pastoren offiziell noch auf Bibel und Bekenntnisschriften verpflichtet. Aber im tatsächlichen Leben der Kirche haben Bibel und Bekenntnis längst ihre normierende Kraft verloren. Sie sind nur noch zwei Gesprächspartner unter vielen anderen. Die EKD-Studie »Christsein gestalten« (1987) bringt diese Sicht der Dinge treffend auf den Punkt: '>Wenn .. aber keiner uber die Wahrheit verfugt«, heißt es dort, ',ist damit zu rechnen, daß jeder nur ein Stück von ihn. vertritt. Es geht dann nicht so sehr um die Bestreitung von Unwahrheit als um das. Zusammentragen der Stücke. [...J, um die Versöhnung von Wahrheitsele menten, wie sie unterschiedliche Menschen in verschiedenen Lebenszusammenhängen entdecken und vertreten.«
Das heißt Die Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland hat offiziell den Anspruch aufgegeben Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden und gegebenenfalls: auch Unwahrheit zu bestreiten.
Sie will nur noch »Wahrheitselemente« «zusammentragen« und »versöhnen«. Gleichzeitig bleibt aber im unklaren, was eigentlich der Maßstab für Wahrheit und Unwahrheit sein soll. Die Bibel selbst fallt als. Maßstab aus, da sie ebenfalls nur als Sammlung (zeitbedingter) Teilwahrheiten angesehen wird Wir stehen damit vor der erstaunlichen und in hohem Maße beunruhigenden Erkenntiis, daß die Kirche der Reformation i. ihren Anspruch auf eine exklusive, verbindliche Wahrheit aufgegeben hat, 2 nur noch »Wahrheitselemente« sammeln und versöhnen will und dabei 3. den einzigen. Maßstab für Wahrheit und Unwahrheit - die Bibel .- bewußt außer. Kraft setzt.
Treue Kirchenferne?
Sehr aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang auch . die jüngste Studie, die von der Studien- und Planungsgruppe der EKD unter dem Titel »Fremde Heimat Kirche« im Jahre 1993 veröffentlicht wurde.
* Michael Welker, Kirche ohne Kurs?, Neukirchen 1987, 62
* Kirchenamt derEvangelischen Kirche in Deutschland (Hrsg.), Christsein gestalten, Gütersloh 1986, 47
EVANGELIKALE PFARRER UND BIBELTREUE CHRISTEN IN DER VOLKSKIRCHE
- Kirche ohne Wahrheit?
- Streit um richtigen Kurs
- wann arbeitet ein Pfarrer gedeihlich?
- Chronologie einer Kampagne
- wie man Wahlen manipuliert
- auffällige Strukturen im Vorgehen der Kirchenleitungn
- Aufbruch wohin?
- Umbruchsituation
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