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Bestell-Nr: BN9445-1
Autor/in: Erich Schick, Klaus Haag
Preis: 3,00 €
ISBN: 9783765531460 (früher: 3765531464)
Format: 18 x 11 cm
Seiten: 128
Gewicht: 133 g
Verlag: Brunnen
Auflage: 2. Auflage
Erschienen: 1982
Einband: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren
Kurzinfo: Spittler erscheint in der Geschichte zumeist vornehmlich als der große Gründer christlicher Werke und als deren Organisator. Doch darf darüber etwas anderes nicht vergessen werden: das ganz persönliche Helfen von Mensch zu Mensch. Mehr noch als durch äußere Nöte wurde Spittler bewegt durch die Not der Seele. Immer mehr wurde er zu einem Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes Fragen wir, was das Wesentliche, das Entscheidende in der Persönlichkeit dieses Großen im Reich Gottes war, so könnten wir etwa sagen: es war dies, daß er alle seine Kräfte in den Dienst eben dieses Reiches Gottes stellte. Wenn wir heute in unsern christlichen Werken und Anstalten auch nie mehr das erreichen, was Spittlers Leben in seiner Gesamtheit gestaltete, weil zuviel Kraft im Organisatorischen, Verwaltungsmäßigen oder Lehrhaften verbraucht wird, so daß das Wesentliche und Entscheidende oft zu kurz kommt, so können wir uns doch darnach ausrichten und daran orientieren. Dieses Lebensbild versucht, in knappen Linien das reiche Lebenswerk Spittlers nachzuzeichnen, in dem die Gründung der Basler Missionsgesellschaft und der PiIgermissionsanstalt St. Chrischona einen bevorzugten Platz einnimmt
Der Segen der Väter und der Segen des Vaters
Christian Friedrich Spittler ist der letzte Nachkomme eines aus Krain in Österreich wegen seines Glaubens ausgewanderten Geschlechts. Wie in so vielen andern Lebensführungen finden wir auch in seiner Familie den Segen, den Gott auf ein solches Opfer legt.
Der Vater, Jeremias Friedrich Spittler, war zunächst Pfarrer in dem württembergischen Dorf Wimsheim, nahe der badischen Grenze bei Pforzheim. Dort wurde Christian Friedrich am 12. April 1782 geboren. Er war das jüngste von fünf Kindern.
Im April 1786 übernahm der Vater das Pfarramt in Strümpfelbach im württembergischen Remstal. In dieser Aufgabe reifte er zu der wahrhaft priesterlichen Gestalt, als die er im Leben seines Sohnes weiterwirkte. In der Gemeinde Strümpfelbach gab es starke Gegensätze: auf der einen Seite ein rohes Wesen, das sich gegen Gott und sein Wort auflehnte, auf der andern Seite separatistische Kreise, die aus anderen Gründen der Kirche untreu wurden oder zu werden drohten.
In welchem Geist der Vater Spittler sein Amt führte, zeigt ein Gebet in seinem Tagebuch:
„Laß in meiner ganzen Gemeinde kein Haus und in solchem kein Herz sein, welches du nicht mit deiner Gnade, Liebe und Gemeinschaft des Geistes besuchtest! Das Feuer deiner Liebe erwärme und belebe die noch, die tot sind in Sünden! Herr Jesu, mein Leben, lebe in mir! Weg Eigenwille! Bewahre mich vor dem Argen, daß er mich nicht antaste! - Laß nichts in mir übrigbleiben, was dir
und deinem Kreuz entgegen! Solange ich im Fleisch walle, sei dein Kreuz mein Panier, mein Schild und liebstes Wissen, dein Blut meine Kraft zu meiner Labung! 0 Herr, richte du unsre Füße auf den Weg des Friedens!" Vater Spittler ließ seine Kinder nichts von den Nöten spüren, die ihm sein Amt brachte. In gewissem Sinne wuchsen die Kinder in einem Pfarrhausidyll auf, zumal die fromme Mutter Sybille geb. Maier mit ihrem Mann ganz eines Sinnes war.
Der Vater unterrichtete seine Kinder soweit wie möglich selbst. Die älteste Schwester Christian Friedrichs - sie hieß Friederike - war von klein auf gelähmt. Luise, der zweitältesten, hatte Gott einen starken Willen und zugleich einen aufgeweckten Geist geschenkt. Johanna, die drittälteste, stand Christian Friedrich nicht nur in späteren Jahren am nächsten, sie war auch die Spielgefährtin seiner Kinderjahre. Sehr eng schloß sich Christian Friedrich aber auch an seinen um acht Jahre älteren Bruder Fritz an.
Es war ein Einschnitt in das behütete Familienleben, als Fritz von daheim Abschied nehmen mußte, um auf die Klosterschule nach Denkendorf und später nach Tübingen zu gehen.
In jenen Jahren raffte eine Grippe-Epidemie viele Menschen hinweg. Auch Luise erkrankte. Man rechnete mit dem Schlimmsten. Fritz wurde rasch aus Tübingen herbeigerufen. Doch Luise genas. Nach seiner Rückreise auf die Universität fand Fritz aber einige seiner Freunde erkrankt, auch der ihm sehr nahestehende Friedrich Bahnmaier*. Er pflegte ihn, wurde dann aber selber angesteckt, und während der Freund unter seiner Pflege wieder gesund wurde, starb Fritz im März 1793. Daß ein Leid selten allein kommt, bewahrheitete sich nun
* Zu wichtigen Persönlichkeiten vergleiche „Namen, Daten, Aufgaben" am Schluß des Buches.
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